Wal vor Wismar: Experten raten von Bergung ab
Der vor Wismar gestrandete Buckelwal liegt seit fast einer Woche an derselben Stelle vor der Insel Poel. Nach Angaben von Fachleuten wird sich das Tier weder selbst befreien noch ohne massive Risiken lebend bergen lassen.
Zustand des Wals verschlechtert sich weiter
Bei einer Pressekonferenz auf der Insel Poel erklärte Stephanie Groß vom Institut für terrestrische und aquatische Wildtierforschung, dass sich der Zustand der Haut des Tieres zuletzt weiter verschlechtert habe. Die Oberfläche beginne deutlich einzureißen.
Nach Einschätzung der Experten wäre ein Anheben mit Gurten oder Seilen zu gefährlich. Dabei könnte sich die Haut des Wals ablösen. Zudem liegt das Tier inzwischen in einem Bereich mit noch weniger Wasser als zuvor. Fachleute halten deshalb auch Organschäden für möglich.
Lebendbergung gilt als zu riskant
Die Experten raten deshalb klar von einer Lebendbergung ab. Nach ihrer Einschätzung wäre die Belastung für das Tier so hoch, dass es den zusätzlichen Stress vermutlich nicht überstehen würde.
Der Buckelwal ist laut Angaben der Fachleute zwölf Meter lang, drei Meter zwanzig breit und ein Meter sechzig hoch. Es ist bereits das vierte Mal, dass sich das Tier an der Ostseeküste festgesetzt hat. Bereits am Mittwoch waren alle Rettungsversuche eingestellt worden.
Wal kann sich nicht selbst befreien
Auch aus eigener Kraft wird der Buckelwal nach Einschätzung der Fachleute nicht mehr freikommen. Der Wasserstand liegt derzeit bei einem Meter vierzig. Nach Angaben des Direktors des Deutschen Meeresmuseums, Burkard Baschek, liegt das Tier in einer etwa dreißig Zentimeter tiefen Mulde aus weichem Sediment. Der Rücken ragt rund vierzig Zentimeter aus dem Wasser.
Um sich freizuschwimmen, müsste der Wasserstand laut Baschek etwa sechzig Zentimeter höher liegen als aktuell. Eine solche Entwicklung ist nach den Prognosen in den kommenden Tagen nicht zu erwarten. Stattdessen werde eher ein leicht sinkender Wasserstand vorhergesagt.
Tier wird weiter beobachtet
Der Wal wird nach Angaben des Ministeriums rund um die Uhr beobachtet. Einsatzkräfte der Feuerwehr benetzen das Tier regelmäßig mit Wasser. Nach derzeitiger Einschätzung der Fachleute wird der Buckelwal in der Bucht sterben.
(VOL.AT/APA/DPA)