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Warum Frankreich plötzlich sein Gold aus den USA zurückholt

Milliarden-Effekt: Frankreich ordnet seine Goldreserven neu. (Symbolbild)
Milliarden-Effekt: Frankreich ordnet seine Goldreserven neu. (Symbolbild) ©APA/dpa/Sven Hoppe
Paris zentralisiert seine Goldreserven, modernisiert Bestände und profitiert vom hohen Goldpreis. Der Schritt bringt einen bilanziellen Milliarden-Effekt.

Strategischer Schritt nach Jahrzehnten

Frankreich hat seine im Ausland gelagerten Goldreserven vollständig neu organisiert. Die Banque de France zog ihre letzten Bestände aus den USA ab – konkret rund 129 Tonnen Gold, die bislang in New York lagerten.

Dabei wurde das Gold nicht physisch nach Europa transportiert. Stattdessen verkaufte die Notenbank die Bestände vor Ort und ersetzte sie durch neu erworbene Barren nach aktuellem Standard in Europa.

Dieser Schritt markiert das Ende eines Prozesses, der bis in die 1960er-Jahre zurückreicht. Schon damals begann Frankreich, seine Reserven schrittweise aus dem Ausland zurückzuholen. Heute lagern sämtliche rund 2437 Tonnen Gold im Pariser Untergrunddepot "La Souterraine".

Technische Modernisierung statt politisches Signal

Nach Angaben der Notenbank diente die Maßnahme vor allem praktischen Gründen. Notenbankchef François Villeroy de Galhau betonte, es handle sich nicht um eine politische Entscheidung. Ziel sei vielmehr eine effizientere Lagerung sowie eine bessere Handelbarkeit durch einheitliche Standards.

Konkret wurden ältere Goldbarren durch moderne ersetzt. Weitere Anpassungen sind bereits geplant: Bis 2028 sollen zusätzliche 134 Tonnen technisch modernisiert werden. Grundlage dafür ist ein internes Audit aus dem Jahr 2024.

Die wichtigsten Punkte im Überblick:

  • Gesamtreserve bleibt bei rund 2437 Tonnen stabil
  • 129 Tonnen alte Bestände ersetzt
  • Weitere 134 Tonnen in Modernisierung
  • Vollständige Lagerung nun in Paris

Milliarden-Effekt durch hohen Goldpreis

Finanziell bringt der Umbau einen spürbaren Effekt: Durch die Neubewertung der Bestände ergibt sich laut Berichten ein bilanzieller Gewinn von rund 13 Milliarden Euro.

Dieser Gewinn entsteht jedoch vor allem auf dem Papier. Die zuvor niedriger bewerteten Bestände wurden durch den aktuell hohen Goldpreis aufgewertet. Gleichzeitig musste neues Gold zu ebenfalls hohen Preisen nachgekauft werden.

Unterm Strich bleibt die tatsächliche Vermögensposition damit weitgehend unverändert – auch wenn die Bilanz deutlich besser aussieht.

(VOL.AT)

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