Was hinter den bunten Ostereiern wirklich steckt
Wer zu Ostern Eier färbt, folgt einer Tradition, die sich nicht auf einen einzigen Ursprung zurückführen lässt. Vielmehr ist es ein Zusammenspiel mehrerer Entwicklungen. Im christlichen Verständnis steht das Ei für die Auferstehung, ein Symbol für neues Leben. Gleichzeitig war es nach der Fastenzeit eine der ersten wieder erlaubten Speisen und entsprechend begehrt.
Doch es gibt auch eine ganz pragmatische Erklärung: Während der Fastenzeit sammelten sich viele Eier an, die haltbar gemacht wurden. Um gekochte von rohen Eiern zu unterscheiden, färbte man sie, der Brauch entstand also auch aus einem simplen Alltagsbedürfnis.
Rot zuerst, bunt später
Historisch gesehen dominierte lange eine einzige Farbe: Rot. Sie galt im Mittelalter als Symbol für das Blut Christi und hatte damit eine besondere religiöse Bedeutung. Erst deutlich später, vor allem in der Zeit der Gegenreformation, wurden auch andere Farben populär.
Ganz eindeutig lässt sich die Entstehung des Eierfärbens allerdings nicht klären. Selbst volkskundliche Institutionen betonen, dass es keine lückenlose Erklärung gibt. Sicher ist nur: Der Brauch entwickelte sich über Jahrhunderte hinweg weiter und wurde regional unterschiedlich geprägt.
Ein Brauch mit Geschichte
In Österreich reichen die Wurzeln tief. Bereits seit dem 9. Jahrhundert sind sogenannte "Eierzinsen" dokumentiert, Abgaben in Form von Eiern. Daraus entstanden später Geschenkeier, wie wir sie heute kennen.
Heute steht beim Eierfärben oft die Kreativität im Vordergrund. Dennoch gilt: Wer die Eier später essen möchte, sollte auf lebensmitteltaugliche Farben achten. Denn Farbstoffe können durch die Schale ins Ei gelangen. Auch Hygiene spielt eine Rolle. Richtig gekochte und gelagerte Eier sind länger haltbar, ein Aspekt, der früher aus Notwendigkeit entstand und bis heute relevant ist.
Bis heute ist das Eierfärben ein fixer Bestandteil der Osterzeit in Österreich.
(VOL.AT)