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Was plötzlich im Gardasee auftauchte, überrascht selbst Experten

Hoffnung für den Gardasee: Eine seltene Tierart wurde wiederentdeckt. ©CANVA

Am Gardasee ist eine Tierart zurückgekehrt, die in Italien jahrzehntelang als nahezu verschwunden galt. Naturschützer sprechen von einem wichtigen Signal für die Wasserqualität und das Ökosystem des Sees.

WWF entdeckt stabile Population

Taucher des WWF stießen bei einer Untersuchung am Veroneser Ufer des Gardasees nahe Brenzone auf einen überraschenden Fund. Eigentlich suchten sie nach invasiven Tierarten, stattdessen entdeckten sie die Flusskrabbe (Potamon fluviatile), Italiens einzige heimische Süßwasserkrabbe.

Nach Angaben des WWF Bergamo-Brescia handelt es sich nicht nur um einzelne Tiere, sondern um eine stabile Population. Filmaufnahmen dokumentieren sowohl ausgewachsene Tiere als auch Jungtiere in ihrem natürlichen Lebensraum.

"Zahlreiche Sichtungen, dokumentiert durch Filmaufnahmen in ihrem natürlichen Lebensraum, bestätigen ihre Rückkehr, insbesondere am Ufer des Gardasees bei Verona", sagte WWF-Referent Paolo Zanollo gegenüber dem Corriere della Sera.

Indikator für gute Wasserqualität

Die Flusskrabbe gilt als empfindlicher Indikator für die Qualität von Gewässern. Ihr Vorkommen deutet nach Angaben des WWF auf ein intaktes Ökosystem hin.

"Diese einheimische Art, die heute geschützt ist, ist ein wichtiger Indikator für die Wasserqualität und die Gesundheit des Ökosystems", erklärte der WWF Bergamo-Brescia.

Die Tiere erreichen eine Panzerbreite von bis zu sechs Zentimetern, sind überwiegend in der Dämmerung aktiv und ernähren sich von Algen, kleinen Wirbellosen sowie Pflanzenresten.

Mögliche Hilfe gegen invasive Muscheln

Besonders interessant für die Naturschützer ist die Beobachtung, dass die Flusskrabbe offenbar auch Zebramuscheln (Dreissena polymorpha) frisst. Diese invasive Art breitet sich seit den 1980er-Jahren im Gardasee stark aus und verändert die Unterwasserwelt.

Sollte sich dieses Verhalten bestätigen, könnte die heimische Krabbe dazu beitragen, die Ausbreitung der Zebramuschel auf natürliche Weise einzudämmen.

WWF setzt Beobachtungen fort

Der WWF will die Entwicklung der Population weiterhin mit Tauchgängen und Unterwasserkameras beobachten. Besucher des Gardasees werden gebeten, die Tiere nicht zu stören oder zu fangen. Sichtungen sollen möglichst mit Fotos oder Videos dokumentiert und an die Naturschützer gemeldet werden.

(VOL.AT)

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