Weißer Hai umkreist Taucher – Rettungshubschrauber schlägt Alarm
Der Vorfall ereignete sich rund 190 Kilometer südlich von Perth. Australische Rettungskräfte filmten den Hai aus der Luft, als er sich den beiden Tauchern näherte. Laut der Wasserrettungsorganisation Surf Life Saving Western Australia schaltete die Crew die Sirenen ein und warnte die Wassersportler. Diese brachten sich auf einem Jetski in Sicherheit.
Behörden raten zu Vorsichtsmaßnahmen
Nach Angaben der Behörden im Bundesstaat Western Australia sind Zwischenfälle mit Haien selten. Dennoch wird zu Vorsichtsmaßnahmen geraten. Dazu zählt unter anderem die Nutzung einer App, die nahezu in Echtzeit vor Haien in der Umgebung warnt.
Bewohner des Bundesstaates erhalten zudem eine Ermäßigung beim Kauf eines wissenschaftlich geprüften Geräts zur Abwehr von Haien. Diese Geräte sollen mithilfe elektromagnetischer Felder die Tiere fernhalten.
Weltweit 65 unprovozierte Angriffe im Jahr 2025
Weltweit wurden im Jahr 2025 insgesamt 65 unprovozierte Haiangriffe registriert. Das sind etwas weniger als im Zehnjahresdurchschnitt von 72 Fällen. Neun Angriffe endeten tödlich. Das geht aus Daten der International Shark Attack File (ISAF) des Florida Museum of Natural History hervor.
Die Wahrscheinlichkeit eines tödlichen Haiangriffs gilt als äußerst gering. In den USA werden jährlich mehr als 4.000 Ertrinkungsfälle verzeichnet. Weltweit sterben nach Schätzungen rund 24.000 Menschen pro Jahr durch Blitzeinschläge.
Die USA verzeichneten 38 Prozent der dokumentierten Angriffe, Australien 32 Prozent. Mehr als die Hälfte der tödlichen Fälle entfiel auf Australien. An den Küsten des Landes leben mit dem Weißen Hai, dem Tigerhai und dem Bullenhai jene drei Arten, die für die schwersten Bisse verantwortlich sind.
Seit 1791 wurden in australischen Gewässern mehr als 1.280 Vorfälle zwischen Menschen und Haien registriert, mehr als 250 davon endeten tödlich. Erst im Jänner war ein zwölfjähriger Bub nach einer Haiattacke im Hafen von Sydney ums Leben gekommen.
Surfer besonders betroffen
Rund ein Drittel der weltweit erfassten Angriffe betraf Surfer. "Die Menschen surfen dort, wo es gute Wellen gibt, und wo es gute Wellen gibt, gibt es Trübungen, und wo es Trübungen gibt, gibt es oft Fische, die Haie anziehen", erklärte Gavin Naylor, Direktor des Haiforschungsprogramms des Naturkundemuseums, im Vorjahr. Die eingeschränkte Sicht erhöhe zudem das Risiko von Fehlangriffen.
In der ISAF-Datenbank werden ausschließlich Angriffe erfasst, bei denen die Tiere nicht provoziert wurden. Vorfälle etwa beim Speerfischen oder beim Versuch, einen Hai aus einem Netz zu befreien, sind nicht enthalten.
Große Haiarten sind Studien zufolge heute deutlich seltener als noch vor einigen Jahrzehnten. Nach Angaben des Florida Museum of Natural History existieren rund 1.200 Arten von Knorpelfischen, darunter mehr als 500 Haiarten. Fossilien belegen, dass ihre Vorfahren bereits vor über 400 Millionen Jahren in den Meeren lebten. Viele Arten gelten als gefährdet. "Sie sind eindeutig widerstandsfähig – aber jetzt sind wir hier."
(VOL.AT)