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"Welt wird von Handvoll Tyrannen zerstört"

Papst Leo XIV. feiert eine Heilige Messe am Flughafen von Bamenda während seiner Afrika-Reise.
Papst Leo XIV. feiert eine Heilige Messe am Flughafen von Bamenda während seiner Afrika-Reise. ©APA/AFP/ALBERTO PIZZOLI
Angesichts von blutigen Konflikten in vielen Teilen der Welt hat Papst Leo XIV. jede Form von Kriegstreiberei verurteilt. "Die Welt wird von einer Handvoll Tyrannen zerstört und von Myriaden solidarischer Brüder und Schwestern aufrechterhalten", sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche auf seiner Afrika-Reise bei einem Besuch in Kamerun. Mit Myriaden ist eine riesige Menge gemeint.

Deutliche Worte zu Krieg und Verwüstung

Deutlicher wurde Leo in einer Ansprache in der Stadt Bamenda nicht. Er nannte auch keine Länder oder Politiker beim Namen. Weiter sagte er: "Die Kriegsherren tun so, als ob sie nicht wüssten, dass ein Augenblick genügt, um zu zerstören, dass aber oft ein ganzes Leben nicht ausreicht, um wiederaufzubauen." Für Tod und Verwüstung würden "Milliarden Dollar verbraucht".

Papst Leo XIV. leitet eine Heilige Messe am Flughafen von Bamenda während seiner Afrika-Reise. ©APA/AFP/ALBERTO PIZZOLI

Papst will sich aus Weißem Haus nicht einschüchtern lassen

In den vergangenen Tagen war der Papst nach Friedensappellen mehrfach von US-Präsident Donald Trump kritisiert worden. Der erste US-Amerikaner als Oberhaupt von 1,4 Milliarden Katholikinnen und Katholiken machte jedoch deutlich, dass er sich aus dem Weißen Haus nicht einschüchtern lassen will. Kamerun ist für Leo nach Algerien die zweite Station einer insgesamt elftägigen Afrika-Reise. Es folgen Angola und Äquatorialguinea.

US-Präsident Donald Trump (links) und Papst Leo XIV. (rechts). ©APA/AFP/JIM WATSON/THIBAUD MORITZ

Leo äußerte sich in Kameruns drittgrößter Stadt Bamenda im Nordwesten des westafrikanischen Landes. Dabei lobte er gemeinsame Friedensbemühungen von Christinnen und Christen sowie Musliminnen und Muslimen. In der Region tobt seit 2017 ein Konflikt mit Tausenden Toten zwischen Regierung und Separatisten. Hunderttausende wurden vertrieben. Die Religionsgemeinschaften versuchen zu vermitteln.

Papst Leo XIV. winkt bei seiner Ankunft zur Heiligen Messe am Flughafen von Bamenda während seiner Afrika-Reise. ©APA/AFP/ALBERTO PIZZOLI

Papst: Namen Gottes nicht für andere Zwecke missbrauchen

Der Papst bezeichnete dies als Beispiel für andere Regionen auf der Welt. "Ich würde mir das für so viele Orte auf der Erde wünschen. Selig sind die Friedfertigen. Wehe jedoch denen, die die Religionen und selbst den Namen Gottes für ihre militärischen, wirtschaftlichen und politischen Zwecke verbiegen und damit das Heilige in Schmutz und Finsternis ziehen."

Am Nachmittag feierte Leo mit mehr als 20.000 Gläubigen auf dem Flughafen von Bamenda eine Messe. Mehr als die Hälfte der 30 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner bekennt sich in Kamerun zum Christentum. Dem katholischen Glauben gehört etwa ein Viertel an. Zum Islam bekennen sich rund 20 Prozent.

Kamerun ist für Leo nach Algerien die zweite Station einer elftägigen Afrika-Reise. Zum Auftakt hatte er dort am Mittwoch an die Regierung des Langzeit-Präsidenten Paul Biya appelliert, sich um Frieden zu bemühen. Der 93-Jährige ist als einer der dienstältesten Staatschefs der Welt bereits seit mehr als vier Jahrzehnten an der Macht. Am Donnerstag steht in Bamenda auch eine Messe mit Zehntausenden Gläubigen auf dem Programm.

Papst Leo XIV. winkt aus dem Papamobil den Gläubigen zu, als er zur Heiligen Messe am Flughafen von Bamenda eintrifft. ©APA/AFP/PATRICK MEINHARDT

In Kamerun leben Schätzungen zufolge rund 40 Prozent der Bevölkerung in Armut. Opposition, Meinungs- und Pressefreiheit sind stark eingeschränkt.

(APA/dpa)

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