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Wenn die Hitze zum Trainingspartner wird

©GEPA
Austria Lustenau arbeitet an der Basis für die neue Saison. Doch bei über 30 Grad wird jeder Schritt zur Abwägung. Athletiktrainer Lucas Vidal sieht deshalb genauer hin.

Die Sonne meint es derzeit besonders gut mit Vorarlberg. Temperaturen deutlich über der 30-Grad-Marke stellen auch die Profis von Austria Lustenau vor besondere Herausforderungen. Die Hitze wird beinahe zum zusätzlichen Trainingspartner.

Belastung mit Augenmaß

Seit 2020 ist Lucas Vidal Teil des Betreuerteams der Austria. Der 27-jährige Franzose verantwortet als Chefphysio und Athletiktrainer unter anderem die Belastungssteuerung. "Jeder Spieler reagiert ein wenig anders auf die Wärme. Viele schlafen schlechter und erholen sich dadurch nicht optimal", erklärt Vidal. Entsprechend müsse das Trainerteam die Reaktionen der Spieler genau beobachten und die Belastung laufend anpassen. Auch bei der Trainingsplanung werde Rücksicht genommen. "Wir versuchen, so früh wie möglich zu starten, aber gleichzeitig so spät, dass die Spieler ausreichend Schlaf bekommen."

Lucas Vidal achtet akribisch auf die Fitness seiner Spieler. ©GEPA

Trotz aller Vorsicht soll die Vorbereitung ihren Zweck erfüllen. "Wir brauchen Intensität und einen sauberen Belastungsaufbau. Aufgrund der Hitze können wir gewisse Schritte aber nicht ganz so schnell setzen wie sonst", so Vidal. Dass die Spieler die Bedingungen ähnlich wahrnehmen, bestätigt auch Routinier Pius Grabher. "Natürlich ist es warm, aber daran hat man sich mittlerweile gewöhnt. Umso wichtiger ist es, dass man ausreichend trinkt und auf die Ernährung achtet", weiß der 33-Jährige.

Viel trinken, viel regenerieren

Zusätzliche Trinkpausen gehören derzeit ebenso zum Alltag wie Wassermelonen und kühlende Tücher in der Kabine. Nach den Einheiten wartet auf die Spieler zudem das auf vier Grad heruntergekühlte Kältebecken. Darüber hinaus lautet die Empfehlung des Betreuerteams eindeutig: Schatten statt Sonne.

Die Trinkflasche ist aktuell der treueste Begleiter der Austria-Akteure. ©GEPA

Freie Stunden sollen möglichst zur Erholung genutzt werden, damit sich der Körper zwischen den Einheiten regenerieren kann. "Der Körper gewöhnt sich an die Hitze. Herzfrequenz und Körperkerntemperatur reagieren nach einigen Einheiten bereits anders", erklärt Vidal. Auch Grabher hat im Laufe seiner Karriere gelernt, besser mit hohen Temperaturen umzugehen. "Früher bin ich nach dem Training vielleicht noch in der Sonne gelegen. Mittlerweile weiß ich, dass es besser ist, die Zeit im Schatten zu verbringen", schmunzelt er.

Körper und Kopf gefordert

Für das Austria-Urgestein spielt bei großer Hitze nicht nur die körperliche Verfassung eine Rolle. "Man darf sich nicht zu viele Gedanken machen, eine positive Einstellung hilft enorm." Kapitän Matthias Maak spürt die Auswirkungen der Sommertemperaturen ebenfalls deutlich. "Gerade jetzt zum Start der Vorbereitung, wenn die Intensität mit jeder Einheit steigt, merkt man schon, dass das an die Substanz geht. Es kostet bei dieser Hitze auf jeden Fall mehr Energie, aber am Ende ist es Teil unseres Jobs."

Pius Grabher weiß mittlerweile, wie er am besten mit den hohen Temperaturen umzugehen hat. ©GEPA

Schmaler Grat

Für Vidal bleibt die Hitze dennoch ein Balanceakt. "Es ist ein kleiner Zwiespalt. Natürlich gibt es medizinische Risiken, auf die man achten muss. Gleichzeitig kann die Arbeit unter diesen Bedingungen dazu beitragen, dass die Spieler später auch ohne die Hitze sowohl mental als auch körperlich an ihre Grenzen gehen können."

Die Intensität im Training ist bei Matthias Maak (rechts) und seinen Kollegen trotz Hitze hoch. ©GEPA

Und wenn es nach Maak geht, muss die Entscheidung zwischen Hitzeschlacht und Schlechtwetter ohnehin nicht getroffen werden. Auf die Frage, ob er lieber bei 35 Grad in der Sonne oder bei fünf Grad im Regen trainiert, antwortet der Innenverteidiger mit einem Schmunzeln: "Zehn Grad im Regen sind mir lieber."

Aus aktuellem Anlass wurde auch das erste Testspiel am Freitag in der heimischen SUN MINIMEAL Arena gegen den Schweizer Zweitligisten FC Wil von 13 Uhr auf 10.30 Uhr vorverlegt.

(VOL.AT)

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