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WHO schlägt Alarm: Krebsfälle könnten um 70 Prozent zunehmen

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Die Zahl der Krebsneuerkrankungen könnte laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) bis 2050 weltweit auf rund 35 Millionen pro Jahr steigen. Das wären fast 70 Prozent mehr als derzeit. Als Gründe nennt die WHO unter anderem eine alternde Bevölkerung, Übergewicht, Rauchen sowie unzureichende Prävention.

WHO erwartet deutlichen Anstieg

Die Weltgesundheitsorganisation rechnet damit, dass bis zum Jahr 2050 weltweit jährlich rund 35 Millionen Menschen neu an Krebs erkranken werden. Aktuell sind es etwa 21 Millionen Neuerkrankungen pro Jahr. Das entspricht einem Anstieg von nahezu 70 Prozent.

Nach Angaben der WHO wird diese Entwicklung durch mehrere Faktoren begünstigt. Neben der wachsenden und alternden Weltbevölkerung zählen dazu insbesondere Rauchen, Alkoholkonsum, Übergewicht, Bewegungsmangel sowie unzureichende Maßnahmen zur Krebsprävention und Früherkennung. Auch Infektionen wie humane Papillomaviren (HPV) sowie Hepatitis B und C tragen zum Krebsrisiko bei.

WHO-Experte André Ilbawi kritisierte die ungleichen Behandlungsmöglichkeiten weltweit: "Viel zu viele Menschen werden immer noch im Stich gelassen." Auch WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus betonte: "Ob ein Mensch den Krebs überlebt, darf niemals davon abhängen, wo er geboren wurde oder wie viel er verdient."

Häufigste Krebsarten

Zu den häufigsten Krebsdiagnosen bei Männern zählen Lungen-, Prostata- und Darmkrebs. Bei Frauen treten vor allem Brust-, Lungen- und Darmkrebs häufig auf. Weltweit verursacht Lungenkrebs die meisten krebsbedingten Todesfälle. Laut WHO spielen dabei vor allem Tabakkonsum und in vielen Regionen auch Luftverschmutzung eine bedeutende Rolle.

Brustkrebs bleibt die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Besonders viele Fälle werden in Ländern mit hoher Lebenserwartung und gut ausgebauten Gesundheitssystemen registriert.

Fortschritte und Herausforderungen

Positiv bewertet die WHO den Rückgang des Tabakkonsums. Im Vergleich zu 2010 rauchen weltweit rund 27 Prozent weniger Menschen. Beim Alkoholkonsum seien hingegen kaum Fortschritte zu erkennen. Bei Übergewicht und Bewegungsmangel beobachtet die Organisation sogar eine negative Entwicklung.

Wohnort beeinflusst Überlebenschancen

Nach Einschätzung der WHO bestehen weiterhin große Unterschiede bei der Krebsversorgung. Während in wohlhabenden Ländern rund 85 Prozent der Patientinnen mit Brustkrebs mindestens fünf Jahre nach der Diagnose leben, liegt dieser Anteil in ärmeren Staaten bei etwa 40 Prozent. In vielen Ländern fehle es bereits an einer grundlegenden Krebsversorgung.

Krebs betrifft nahezu jeden

Die WHO geht davon aus, dass rund 92 Prozent der Weltbevölkerung im Laufe ihres Lebens direkt oder indirekt mit Krebs in Berührung kommen – entweder durch eine eigene Erkrankung oder weil Angehörige betroffen sind.

Neben den gesundheitlichen Folgen weist die Organisation auch auf die wirtschaftlichen Belastungen hin. Mehr als die Hälfte der Betroffenen müsse mit existenzbedrohenden Gesundheitskosten rechnen. Krebs zähle weltweit zu den häufigsten Ursachen für medizinisch bedingte finanzielle Notlagen.

(VOL.AT)

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