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Wiener Studie: Digitale Glukosemessung senkt Risiko für übergewichtige Neugeborene

Studie: Echtzeit-Glukosemessung schützt Babys vor Übergewicht
Studie: Echtzeit-Glukosemessung schützt Babys vor Übergewicht ©Canva
Ein Forschungsteam unter Leitung der MedUni Wien zeigt: Schwangere mit Gestationsdiabetes profitieren deutlich von kontinuierlicher Glukosemessung. Die Zahl an Babys mit zu hohem Geburtsgewicht sinkt – das belegt nun erstmals eine internationale Studie.

Ein kleiner Sensor unter der Haut könnte großen Einfluss auf die Gesundheit von Mutter und Kind haben. Das legt eine neue Studie der Medizinischen Universität Wien nahe, die gemeinsam mit Universitätskliniken in Berlin, Jena und Basel durchgeführt und nun im Fachjournal The Lancet Diabetes & Endocrinology veröffentlicht wurde.

Klare Vorteile für Mutter und Kind

Untersucht wurde der Effekt von sogenanntem Continuous Glucose Monitoring (CGM) – also kontinuierlicher Glukosemessung in Echtzeit – bei Schwangeren mit Gestationsdiabetes. Das Ergebnis: Nur vier Prozent der betroffenen Frauen in der CGM-Gruppe brachten ein Kind mit überdurchschnittlich hohem Geburtsgewicht zur Welt. In der Vergleichsgruppe mit herkömmlicher Blutzuckerselbstmessung per Fingerstich waren es hingegen zehn Prozent.

Die kontinuierliche Glukosemessung ermöglicht es den Patientinnen, ihre Zuckerwerte jederzeit abzurufen. Dadurch können Lebensstil oder Insulindosis gezielt angepasst werden, erklärt Studienleiter Christian Göbl von der Universitätsklinik für Frauenheilkunde an der MedUni Wien. Das wirke sich positiv auf den gesamten Schwangerschaftsverlauf aus.

Digitale Sensoren statt Fingerstich

In der randomisierten Studie wurden 375 Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes betreut – je zur Hälfte in der CGM- und der Kontrollgruppe. Alle Teilnehmerinnen erhielten eine leitlinienkonforme Betreuung bis zur Entbindung. Die Echtzeitmessung erfolgt dabei über einen kleinen Sensor, der unter der Haut sitzt und laufend Daten liefert – im Gegensatz zur punktuellen Messung mit klassischem Blutzuckermessgerät.

Neben dem Rückgang von LGA-Geburten (Large for Gestational Age) wurden auch niedrigere durchschnittliche Geburtsgewichtsperzentilen in der CGM-Gruppe festgestellt. Das heißt: Die Babys dieser Frauen wuchsen tendenziell gesünder und lagen seltener im überdurchschnittlichen Bereich.

Auch mögliche Risiken im Blick

Auffällig war jedoch ein anderer Punkt: In beiden Gruppen gab es mehr Kinder mit unterdurchschnittlichem Geburtsgewicht (SGA – Small for Gestational Age) als erwartet. Das könne laut den Forschenden darauf hindeuten, dass ein sehr strenges Zuckermanagement unter Umständen das fetale Wachstum zu stark einschränkt. Das muss weiter untersucht werden, so Göbl.

Erstautorin Tina Linder, ebenfalls von der MedUni Wien, sieht in den Ergebnissen einen vielversprechenden Weg: Unsere Studie zeigt, dass Echtzeit-Glukosemesssysteme die Betreuung von Schwangeren mit Gestationsdiabetes deutlich verbessern können – besonders bei Frauen, die von einer intensiveren Therapie profitieren.

Gleichzeitig braucht es weitere Forschung, um die optimalen Blutzucker-Zielwerte in der Schwangerschaft exakt zu definieren – mit dem Ziel, sowohl Unter- als auch Übergewicht beim Neugeborenen zu vermeiden.

(VOL.AT)

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