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WM-Halbfinale: Warum England gegen Argentinien mehr als Fußball ist

England gegen Argentinien: Ein Klassiker mit politischem Hintergrund. ©Mit KI (CHATGPT) generiert - inklusive Material der AFP

England und Argentinien treffen im WM-Halbfinale aufeinander. Für viele Argentinier ist das Duell bis heute eng mit dem Falklandkrieg von 1982 und dem legendären WM-Viertelfinale von 1986 verbunden.

Sportlich ist alles angerichtet

England steht nach den Halbfinaleinzügen 1990 und 2018 erneut kurz vor einem WM-Finale. Das Team von Trainer Thomas Tuchel setzte sich im Turnierverlauf unter anderem gegen Kroatien, Panama, die Demokratische Republik Kongo, Mexiko und zuletzt Norwegen durch.

Thomas Tuchel, Coach der Three Lions. ©AFP

Titelverteidiger Argentinien erreichte das Halbfinale nach Erfolgen über Algerien, Österreich, Jordanien, Kap Verde, Ägypten und die Schweiz. Lionel Messi führt die Albiceleste einmal mehr an und stellte im bisherigen Turnierverlauf einen neuen WM-Torrekord auf.

Ein Duell, das weit über den Fußball hinausgeht

Für viele Argentinier hat die Begegnung mit England eine besondere emotionale Bedeutung. Der Falklandkrieg von 1982 und der bis heute andauernde Streit um die Inselgruppe prägen die Wahrnehmung des Duells bis heute.

Diese Verbindung greift auch der Dokumentarfilm "El Partido" ("Das Spiel") auf. Darin sprechen ehemalige Spieler beider Nationen erstmals gemeinsam über das WM-Viertelfinale von 1986. Außerdem sind Archivaufnahmen von Diego Maradona zu sehen, der damals sagte: "Es ist nur Fußball."

Maradona schrieb Fußballgeschichte

Das Viertelfinale der WM 1986 zählt zu den berühmtesten Spielen der Fußballgeschichte. Maradona erzielte zunächst das umstrittene Tor mit der Hand, das später als "Hand Gottes" bekannt wurde. Wenige Minuten später folgte sein spektakulärer Sololauf über rund 60 Meter, bei dem er mehrere englische Spieler ausspielte und zum 2:0 traf. Argentinien gewann später auch den Weltmeistertitel.

Maradona schrieb in seiner Autobiografie später, der Sieg habe sich für ihn wie eine Vergeltung angefühlt. Gleichzeitig hatte die Mannschaft vor dem Spiel betont, Fußball und Krieg nicht miteinander vermischen zu wollen.

Der Falklandkrieg bleibt ein sensibles Thema

1982 besetzte Argentinien die Falklandinseln, die von Großbritannien verwaltet werden. Großbritannien entsandte Truppen in den Südatlantik und eroberte die Inseln nach rund zehn Wochen Krieg zurück. Mehr als 900 Menschen kamen dabei ums Leben.

Die Soziologin Veronica Moreira bezeichnet den Konflikt bis heute als "offene Wunde". Viele Argentinier würden Fußballspiele gegen England unweigerlich mit dem Krieg verbinden.

Vor dem Halbfinale wurden Videos veröffentlicht, in denen argentinische Nationalspieler ein Lied mit Bezug zu den Falklandinseln singen. Mittelfeldspieler Rodrigo De Paul betonte jedoch: "Das hier ist Fußball. Und das mit den Falklandinseln muss woanders besprochen werden."

Auch Argentiniens Teamchef Lionel Scaloni stellte vor dem Spiel klar, dass die Vergangenheit Teil der Geschichte sei, das Halbfinale für ihn aber in erster Linie ein Fußballspiel bleibe.

(VOL.AT)

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