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Zum "Schutz der Frauen-Kategorie": IOC macht Geschlechtertests im Frauensport zur Pflicht

Das IOC macht Geschlechtertests im Frauensport künftig zur Pflicht, um die Frauen-Kategorie zu schützen.
Das IOC macht Geschlechtertests im Frauensport künftig zur Pflicht, um die Frauen-Kategorie zu schützen. ©GEPA pictures
Das Internationale Olympische Komitee verschärft seine Regeln: Künftig müssen sich Sportlerinnen Gentests unterziehen. Transfrauen sollen im Spitzensport nicht mehr in Frauenbewerben starten dürfen.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat neue, weitreichende Richtlinien für den Frauensport beschlossen. Künftig sollen alle Athletinnen einen verpflichtenden Geschlechtertest absolvieren, um an internationalen Wettbewerben teilnehmen zu dürfen. Ziel der Maßnahme ist laut IOC der "Schutz der Frauen-Kategorie".

Pflicht-Gentest für alle Athletinnen

Konkret sieht die neue Regelung vor, dass Sportlerinnen einen einmaligen Gentest durchführen müssen. Dabei wird unter anderem ein sogenannter SRY-Gentest eingesetzt, der das biologische Geschlecht anhand eines Gens auf dem Y-Chromosom bestimmt.

Der Test kann etwa durch einen Wangenabstrich oder eine Blutprobe erfolgen. Laut IOC ist der Test nur einmal notwendig, sofern keine Zweifel am Ergebnis bestehen. Danach bleibt die Teilnahmeberechtigung dauerhaft bestehen.

Transfrauen künftig ausgeschlossen

Mit der neuen Richtlinie geht auch eine klare Einschränkung einher: Transfrauen sollen im Spitzensport nicht mehr in der Frauenkategorie starten dürfen. Die Entscheidung ist Teil einer neuen Strategie unter IOC-Präsidentin Kirsty Coventry. Eine eigens eingesetzte Arbeitsgruppe hatte die Maßnahmen ausgearbeitet.

Debatten nach Olympia 2024 als Auslöser

Auslöser für die Verschärfung war die kontroverse Diskussion rund um das Frauen-Boxen bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris. Im Fokus standen die späteren Olympiasiegerinnen Imane Khelif und Lin Yu-ting.

Beide waren zuvor vom Weltverband IBA von der Weltmeisterschaft ausgeschlossen worden, nachdem sie laut Verband bestimmte Geschlechtertests nicht erfüllt hätten. Das IOC hatte damals dennoch an ihrer Startberechtigung festgehalten. Der damalige Präsident Thomas Bach betonte, es habe "nie Zweifel" daran gegeben, dass beide Frauen seien.

Weitere Fälle sorgen für Diskussion

Auch andere Fälle hatten zuletzt für Aufmerksamkeit gesorgt. So startete etwa der schwedische Athlet Elis Lundholm bei Winterspielen in der Frauen-Kategorie, obwohl er sich als Mann identifiziert.

In der Leichtathletik wiederum hatte der Fall der südafrikanischen Läuferin Caster Semenya internationale Debatten ausgelöst. Sie hatte sich gegen verpflichtende Hormonbehandlungen gewehrt.

Kritik von Menschenrechtsorganisationen

Die neuen IOC-Regeln stoßen nicht nur auf Zustimmung. Eine Reihe von Menschenrechtsorganisationen hatte sich im Vorfeld kritisch geäußert.

Kritiker argumentieren, dass verpflichtende Gentests die Privatsphäre verletzen könnten. Zudem werde die Komplexität von Geschlechtsidentität nicht ausreichend berücksichtigt.

Politischer Druck und frühere Tests

Geschlechtertests sind im olympischen Sport kein neues Thema. Bereits 1968 wurden entsprechende Tests eingeführt, später jedoch wieder abgeschafft.

Zuletzt hatte auch politischer Druck zugenommen. So unterzeichnete der damalige US-Präsident Donald Trump ein Dekret, das Transmenschen vom Frauensport ausschließt.

Die neuen IOC-Regeln könnten bereits mit Blick auf die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles eine zentrale Rolle spielen.

(VOL.AT)

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