Wenn am Freitagabend um 18 Uhr Austria Salzburg im Max-Aicher-Stadion auf den Namensvetter aus Lustenau trifft, steht ein Spieler im Fokus, für den diese Partie weit mehr ist als nur ein Ligaspiel.
Simon Nesler-Täubl, von den Grün-Weißen ausgeliehen und in Salzburg zur Nummer eins gereift, befindet sich in einer besonderen Situation: Sein Stammverein kann ausgerechnet in Maxglan mit einem Sieg den Meistertitel und den Aufstieg in die Bundesliga fixieren. Selbst wird er diesen Moment aller Voraussicht nach jedoch nicht auf dem Feld miterleben.
Ein Jahr der Entwicklung
"Sehr positiv", beschreibt der 21-Jährige seine bisherige Zeit in der Mozartstadt. Und das kommt nicht von ungefähr. 27 Spiele, zehnmal zu Null, Zahlen, die für sich sprechen. Doch für den 1,96 Meter großen Keeper geht es um mehr. "Ich habe mich in diesen elf Monaten sowohl persönlich als auch sportlich extrem weiterentwickelt", sagt er. Gerade für einen jungen Torhüter sei Spielpraxis auf diesem Niveau "Gold wert".
Die 2. Liga beschreibt der ehemalige Akademiespieler als neue Welt. "Das ist meine erste volle Profisaison, deutlich intensiver und fordernder, das merkst du jeden Tag im Training und in den Spielen." Die Salzburger haben bereits den Klassenerhalt fixiert und rangieren aktuell auf Rang neun. "Das ist überragend, und ich bin froh, dass ich meinen Teil dazu beitragen konnte und meine Chance genutzt habe."
"Ein besonderes Spiel"
Auch das Umfeld bei den Violetten hat Eindruck hinterlassen. Ausverkaufte Heimspiele, mehrere Hundert Fans auswärts, für einen Aufsteiger keine Selbstverständlichkeit. "Die Unterstützung ist unglaublich", sagt Nesler-Täubl. Dennoch bleibt die Verbindung nach Lustenau bestehen. Der Austausch mit den Verantwortlichen läuft regelmäßig, auch wenn der Fokus "bis Saisonende komplett auf Salzburg liegt".
Auf ein direktes Duell mit seinen Ex-Kollegen auf dem Platz wird er allerdings verzichten müssen. "Geplant ist, dass ich am Freitag nicht spiele", erklärt der Keeper. Stattdessen soll die langjährige Nummer eins Manuel Kalman, der den Verein nach fünf Jahren verlässt, sein Abschiedsspiel erhalten.
Sportlich ist die Ausgangslage klar. Die Lustenauer Austria kann mit einem Sieg das enge Titelrennen entscheiden und nach zweijähriger Abstinenz die Rückkehr in die Bundesliga fixieren. Für den 21-Jährigen bleibt die Situation dennoch emotional. "Es ist ein besonderes Spiel für mich", gibt er offen zu. "Man verfolgt natürlich, was dort passiert. Sie stehen verdient da oben", sagt er, wohl wissend, dass die Punkte aus seiner aktuellen Sicht dennoch in Salzburg bleiben sollen.
Offene Zukunft
Wie es für ihn persönlich nach Ablauf seiner Leihe weitergeht, ist offen. Nach Saisonende steht zunächst Erholung auf dem Programm. "Es war eine fordernde Saison, jetzt ist es Zeit, ein wenig Abstand vom Fußball zu gewinnen", sagt Nesler-Täubl, der in Lustenau noch einen Vertrag bis Sommer 2027 besitzt.
Grundsätzlich ist vorerst die Rückkehr an den Rhein geplant. Nesler-Täubl ist gereift und bereit für den nächsten Schritt. Die Möglichkeit, mit den Grün-Weißen in der Bundesliga zu spielen, beschreibt er als "spannende Option". Gespräche über seine Zukunft werden folgen. "Wohin mein Weg letztlich führt, wird sich in den kommenden Wochen entscheiden."
(VOL.AT)