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Dornbirn: "Steine des Anstoßes" heiß diskutiert

Die "heißen Steine" in der Innenstadt sorgen für Gesprächsstoff.
Die "heißen Steine" in der Innenstadt sorgen für Gesprächsstoff.
Joachim Mangard (VOL.AT) joachim.mangard@russmedia.com
"Viel zu heiß, fehlende Beschattung": Die neuen Sitzgelegenheiten am Eingang zur Fußgängerzone sorgen für Diskussionsstoff.

In Dornbirn sorgen nicht nur die hochsommerlichen Temperaturen für Schweißperlen auf der Stirn. Anstelle der ehemaligen Telefonzelle am Eingang zur Fußgängerzone bei der Kreuzung Marktstraße/Schillerstraße wurden drei glatt geschliffene Sitzgelegenheiten aus Stein installiert. Flach, massiv und durchaus schön anzusehen, könnte man meinen. Auf Social Media stoßen die extravaganten Innenstadtmöbel nun aber auf Kritik. Einerseits wird die fehlende Beschattung bemängelt, ein Brunnen wäre viel schöner gewesen oder auch der Wunsch nach Grünpflanzen oder Bäumen wird online kundgetan.

"Gemeinsam mit dem Architekten Matthias Bär wurde im vergangenen Jahr ein Projekt entwickelt, das den Eingang in das Zentrum baulich definiert und gleichzeitig von den Besucher:innen der Innenstadt genutzt werden kann. Auf den neuen 'Pebbels' (rund geschliffene Kieselsteine im Großformat) lässt es sich vortrefflich sitzen, sie können beklettert werden und sie sind ein schöner Kontrast zur Architektur der Gebäude", informiert Stadtplanungsstadtrat Julian Fässler.

Die "Steine des Anstoßes" in der Fußängerzone Dornbirn Markt. ©Christoph Waibel

Stadtrat Waibel misst
59 Grad C° an der Oberfläche

Besonders kritisch sieht Stadtrat Christoph Waibel die "Steine des Anstoßes" und veröffentlicht eine Temperaturmessung mit 59 Grad C° an der Oberfläche. "Die neuen Steine am Anfang der Fußgänger-Zone Markt werden schon jemandem gefallen. Mir nicht. So weit, so gut. Dass die allerdings 59 Grad Hitze aufweisen, wird wohl eher dafür sorgen, dass niemand drauf sitzt", kommentierte er sein Posting auf Facebook.

59 Grad C° Oberflächentemperatur laut Messung von Christoph Waibel. ©Christoph Waibel

Stadt reagiert und informiert

Angesprochen auf die "heißen Steine" antwortete die Stadt Dornbirn auf VOL.AT-Anfrage wie folgt: "Bei den derzeit herrschenden Temperaturen heizen sich alle Stein-, Beton- und Asphaltflächen während des Tages auf. Der Standort beim Eingang zur Fußgängerzone ist durch die angrenzenden Häuser – mit Ausnahme der Mittagszeit – relativ gut beschattet. In dieser Zeit sind die neuen Skulpturen auch sehr gut frequentiert. In diesem Bereich der Stadt, eben unterhalb der Marktstraße, befinden sich zahlreiche Ver- und Entsorgungsleitungen (Wasser, Kanal, etc.), weshalb die Pflanzung eines größeren Baumes nicht möglich war. Geprüft wird allerdings, ob etwas seitlich versetzt ein mittelhoch wachsender Strauch die Gestaltung ergänzen könnte."

Im Schatten finden die Skulpuren großen Anklang.

Kostenpunkt: 90.000 Euro
für zehn Skulpturen

Bei den Steinskulpturen handle es sich um gegossene Betonelemente, denen Basaltlava als Zusatzstoff beigemischt wurde – das ergebe die dunkle Farbe. Das sei übrigens dasselbe Material, das für die Sitzstufen bei der Fußgängerzone in der Schulgasse verwendet wurde. Die Skulpturen seien geschliffen und poliert. Die zehn Steinskulpturen würden insgesamt rund 90.000 Euro kosten.

„Die Fußgängerzone rund um den Marktplatz ist das Herzstück der Innenstadt. Mit der laufenden Erweiterung und dem Bau der Stadtgarage wurde die Innenstadt in den vergangenen Jahren noch attraktiver. Die neuen Stadtmöbel sind eine gute Ergänzung und laden zum Verweilen ein“, ergänzt Bürgermeisterin Dipl.-Vw. Andrea Kaufmann.

In der Nacht werden die "Pebbles" beleuchtet.

Ob die Steine wirklich "nicht nur optisch cool" sind, wie die Stadchefin auf Social Media kommentiert, wird sich spätestens in der anrollenden Hitzewelle zeigen. Für Gesprächsstoff in der Messestadt ist jedenfalls gesorgt.

(VOL.AT)

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